
Wiesen & Weiden
Viele Naturerbeflächen weisen Offenland auf. Heideflächen, Wiesen, Magerrasen oder Weiden dürfen nicht sich selbst überlassen bleiben, wenn sie fortbestehen sollen. Denn durch den Eingriff des Menschen sind diese überhaupt erst entstanden. Im Laufe der jahrhundertelangen Nutzung haben sich viele Tier- und Pflanzenarten an diese Lebensräume anpassen können. Mit dem Aufkommen künstlicher Mineraldünger seit den 1950er Jahren und durch häufigere Mahd wurden die meisten der vielfältigen Lebensräume in ertragreiches Grünland mit nur wenigen Pflanzenarten umgewandelt. Auf Militär-Liegenschaften und auf naturschutzfachlich besonders geschützten Flächen blieb dieser Wandel in der Regel aus. Hier haben sich artenreiche Wiesen und Weiden erhalten können.
Werden die Flächen nicht mehr gepflegt, entstehen wieder Wälder. Für die Erhaltung der wertvollen Lebensräume sind aktive Naturschutzmaßnahmen erforderlich. Das Offenland des Nationalen Naturerbes wird daher extensiv gepflegt, ohne Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Magerrasen werden oft beweidet, z.B. mit Schafen und Ziegen, Pferden, robusten Rinderrassen oder sogar mit Wasserbüffeln. Wiesen werden mit bestimmten Vorgaben gemäht, um die dort vorkommenden Arten und Biotope zu erhalten. Besonders wertvoll sind hier auch Hecken, Streuobst und Gehölzgruppen sowie strukturreiche Wald-Offenland-Übergänge, die mit Wiesen und Weiden oftmals ein Mosaik bilden.
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Besondere Herausforderungen
Offenlandflächen bedürfen der Pflege. Häufig erfolgt dies mithilfe von Weidetieren wie Rindern und Schafen. Die extensive Weidenutzung stellt eine wirksame Methode zur Pflege von Naturschutzflächen dar, um wertvolle Lebensräume mit ihren typischen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten oder wiederherzustellen. Es können dabei - je nach Fläche und Pflegezielen - unterschiedliche Weidetiere zum Einsatz kommen. Häufig werden Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen eingesetzt. Neben der Offenhaltung der Flächen durch Fraß, wirkt sich die Beweidung auch durch Tritt oder arttypisches Wälzen positiv auf die Entwicklung der Lebensraumvielfalt aus. Daneben wird die Artenvielfalt auch durch den Dung der Weidetiere gefördert.
Aber auch andere Maßnahmen werden ergriffen um das Offenland frei zu halten, beispielsweise werden Sträucher entfernt. Da die militärischen Fahrzeuge tiefe Furchen im Boden hinterlassen haben, kann das Gelände nicht mit herkömmlichen Maschinen gemäht werden. Wo keine Weidetiere grasen, pflegt eine spezielle Mahdtechnik die Fläche besonders schonend für Boden, Tiere und Pflanzen.



