
Militärflächen
Das Nationale Naturerbe umfasst zu drei Vierteln ehemalige Militärflächen. Auf den ersten Blick passen Panzer und intakte Natur nicht zusammen. Doch gerade aufgrund der militärischen Nutzung haben sich diese Areale zu wichtigen Naturrefugien entwickelt. Vor allem ihre Größe und Unzerschnittenheit machen sie im dicht besiedelten Deutschland besonders wertvoll für den Naturschutz. Land- und Forstwirtschaft folgten während der militärischen Nutzung strengen Regularien. Oft wurden keine Dünger oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Außerdem entstanden mit dem Einsatz der schweren Technik im Übungsbetrieb immer wieder offene und halboffene Lebensräume. Damit entwickelte sich auf den Militärflächen eine Vielfalt an Arten und Lebensräumen. Das militärische Erbe hat auch seine Schattenseiten. Viele Flächen sind heute noch mit Kampfmitteln belastet und dürfen von Menschen nicht uneingeschränkt betreten werden. Das erschwert und verteuert auch die Pflege der wertvollen Offenlandlebensräume.
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Ehemalige Militärflächen
Während des Kalten Krieges verlief quer durch Deutschland die Trennlinie zwischen zwei politischen Systemen. Das damit einhergehende Kräftemessen spiegelte sich in der Vielzahl von militärischen Übungsflächen in Ost- und Westdeutschland wider. Kurz vor der Wiedervereinigung wurden in beiden deutschen Staaten insgesamt rund 700.000 Hektar militärisch genutzt.
Auch wenn Panzer und ungestörte Natur sich auf den ersten Blick auszuschließen scheinen, sind gerade militärische Übungsplätze oftmals bedeutende Naturrefugien im dicht besiedelten Deutschland. Sie sind teilweise sehr groß und werden kaum von Straßen zerschnitten. Land- und forstwirtschaftliche Nutzungen auf den Flächen hatte den militärischen Anforderungen zu entsprechen. In der Regel wurden keine Dünger oder Pestizide ausgebracht. Außerdem entstanden mit dem Einsatz der schweren Technik im Übungsbetrieb immer wieder offene und halboffene Lebensräume. Damit entwickelte sich auf den Militärflächen eine Vielfalt an Arten und Lebensräumen wie z.B. wertvolle Heiden oder Sandmagerrasen.
Das militärische Erbe hat auch seine Schattenseiten. Viele Flächen sind heute noch mit Kampfmitteln belastet und dürfen von Menschen nicht uneingeschränkt betreten werden. Das erschwert die Pflege der wertvollen Offenlandlebensräume.
Seit der deutschen Wiedervereinigung wurde auf rund 350.000 Hektar die militärische Nutzung aufgegeben. Die ehemaligen Militärflächen wurden seit Mitte der 1990er Jahre schrittweise verkauft.
Mit den Beschlüssen zum Nationalen Naturerbe konnten besonders wertvolle Flächen für den Naturschutz gesichert werden. Bei der Auswahl wurde auch die Flächengröße als Kriterium herangezogen. So ist es gelungen, viele Flächen mit mehr als 1.000 Hektar dem Nationalen Naturerbe zu widmen. Allein ihre Größe ist von unschätzbarem Wert für die Natur und in unserem dicht besiedelten Land eine echte Seltenheit. Etwa drei Viertel des Nationalen Naturerbes sind ehemalige Militärflächen – rund 120.000 Hektar. Mehr als die Hälfte davon wurde an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt Naturerbe GmbH übertragen.


